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Um 1870 führte Karl Lechner als Kapellmeister die Musik. Er war von Beruf Steuereinnehmer und bemühte sich, die Kapelle durch Neuzugänge zu verstärken. Ihm zur Seite stand der Marcher-Ziehsohn Georg Trixl, 1843 geboren, der schon mit 12 Jahren musizieren lernte und den oftmaligen, weiten Weg zu den Proben und Ausrückungen nicht scheute. 60 Jahre wirkte er bei der Musik mit. Wohl einer der ersten großen öffentlichen Auftritte wird die feierliche Eröffnung der Bahnlinie Salzburg-Innsbruck im Jahre 1875 gewesen sein. Der erste Eisenbahnzug wurde von den Taxenbachern im Rahmen eines großen Festes feierlich begrüßt. Im Jahre 1881 fanden sich viele Taxenbacher und auch die Musikkapelle ein, um Kaiser Franz-Joseph, der das erste Mal den Ort besuchte, einen freudigen Willkommensgruß zu entbieten.
Im Jahre 1908 fuhr Kaiser Franz-Joseph mit dem Zug durch Taxenbach und wurde auch von der Musikkapelle begrüßt. Zwei Musiker dieser Zeit wollen wir auch noch erwähnen. Johann Hölzl, Tambour, war 70 Jahre bei der Musikkapelle. Rupert Eder, Oberlehrer, leistete als Leiter des Kirchenchores viel für die Taxenbacher Musik.
Schellhorn wurde 1921 nach Bramberg versetzt. Ihm folgte Simon Hirschmann, Schuster, als Kapellmeister. Er führte die Aufbauarbeiten Schellhorns weiter, verstarb aber schon 1923. So übernahm im selben Jahr der Friseurmeister Josef Buchbauer die Kapelle. Die Ausrüstung der Kapelle war damals sehr bescheiden, viele Instrumente waren defekt, das vorhandene Geld wurde für Reparaturen verwendet, die in Goldegg durchgeführt wurden. 1926 verschönerte die Musikkapelle die feierliche Primiz von Eduard Angermann. Einige lustige Episoden aus dieser Zeit sind noch in Erinnerung. Bei einem Preisspiel in der Burger-Au in Saalfelden fiel dem Peter Mayr vor einem Solo das Notenblatt durch eine Ritze der Bühne. Der Kapellmeister gab ein paar Mal vergeblich den Einsatz. Noch schlechter erging es dem Eduard Wimmer beim Turmblasen. Ihm fror die Hose an der Glocke an, so kalt war dieser Winter. Böse Zungen behaupten, die Hose sei nicht ganz trocken gewesen. Beim Musikfest 1927 spielte die Kapelle auf einer Holzbühne in der Schule. Da passierte dem Adi Steindorfer sen. folgendes: Beim Marsch "Oh du mein Österreich" schlug unser Tambour zu kräftig zu. Dieser markante Trommelschlag brachte die Bühne zum Einsturz. Adi brach samt seiner Trommel durch, damit war für ihn der Marsch vorzeitig beendet.
Einige Musikanten dieser Zeit verdienen es, erwähnt zu werden: Rupert Wimmer widmete sich der Ausbildung des Nachwuchses und leitete eine Tanzmusik; Josef Bachofner, Klarinettist; Johann Hirschmann, Bassist; Alexander Lackner, Flügelhornist; Peter Mayr, Klarinettist; Adi Steindorfer, Tambour; Leonhard Wimmer, Posaunist; Georg Zehentner, Klarinettist; Edi Wimmer, der später Kapellmeister in Schwarzach wurde, war ebenfalls eine Stütze der Kapelle. Am 10. 5. 1934 fuhr die Kapelle zu einer politischen Kundgebung nach Salzburg. In diesem Jahr kam es auch in der Musikkapelle durch politische Differenzen zu Unruhe und Streitigkeiten. Kapellmeister Buchbauer wurde abgewählt. Josef Bachofner, dem bei der Wahl das Vertrauen ausgesprochen wurde, setzte für die musikalischen Belange Josef Preauer ein. Am 26. 6. 1937 besuchte Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg Taxenbach. Er wurde von unserer Kapelle herzlich empfangen. Auch bei der Einweihung des Volksschul-Neubaues im Mai des selben Jahres war die Kapelle vertreten. 1938 wurde Kapellmeister Josef Preauer nach Wald im Pinzgau versetzt. Moritz Schwaiger in den darauf folgenden schicksalsschweren Kriegsjahren die Kapelle. Sie wurde in den Reichsverband für Volksmusik in Berlin eingegliedert. Da die Mehrzahl der Musikanten junge Bauernburschen waren, die zum Arbeitsdienst oder zur Wehrmacht einrücken mussten, herrschte zu dieser Zeit wenig Aktivität. Sepp Kaserer konnte mit Aushilfen aus der Umgebung eine kleine Gruppe zusammenstellen, die bei Trauerfeiern für Gefallene des 2. Weltkriegs den Verstorbenen die letzte Ehre erwies und auch zu anderen Anlässen ausrückte. 1946 gab es ein neues Beginnen. Einige wenige Musiker, die während des Krieges in der Heimat geblieben waren, stellten wieder eine kleine Musikkapelle zusammen. Sie wählten Stefan Jakober, Partieführer, zum neuen Kapellmeister, weil Moritz Schwaiger nach Rauris übersiedelte. Als im Jahre 1947 mehrer Musiker aus der Gefangenschaft heimkehrten, wurden sie am Bahnhof, von den Daheimgebliebenen und schon vorher heimgekehrten Musikern mit einem musikalischen Willkommensgruß empfangen. Nun konnte wieder mit einer bescheidenen Aufbauarbeit begonnen werden. Instrumente und Anzüge waren nicht dieselben wie vor dem Krieg. In Jahre 1951 übernahm der Gemeindesekretär Josef Preauer, der 1949 aus Wald zurückgekehrt war, die Kapellmeisterstelle. Stefan Jakober blieb noch einige Jahre der Musikkapelle treu, dann übersiedelte er nach Schwarzach.
Das bedeutendste Ereignis dieser Zeit war wohl die 1000-Jahr-Feier der Gemeinde im Jahre 1953. Die Kapelle, die das Fest musikalisch umrahmte, hatte kurz zuvor neue Salzburger Anzüge bekommen. Eine Wollsammlung hatte diese Neueinkleidung ermöglicht. Als Probenlokal diente ein Raum im Gemeindehaus. Eine rege Belebung erfuhr die Musikkapelle durch die Gschwandtnerberger Jugend. Einige ehemalige Schüler, die Preuauer beim Gschwandtbauern ausbildete, waren wichtige Stützen der Kapelle. Verdiente Musiker dieser Zeit: Johann Hölzl, der noch als Neunzigjähriger die kleine Trommel schlug; Hubert Faistauer, Trompete; Fritz Hinterlechner, Klarinette; Franz Hirschmann, Bass; Georg Hölzl, Trompete; Karl Jakober, Klarinette; Josef Kaserer, Flügelhorn; Simon Lidicky, Klarinette; Michael Mayr, Klarinette; Leonhard Pfeffer, Bass; Rupert Rindler, Bassflügelhorn; Adi Steindorfer, Schlagzeug.
Großzügige
Spenden der Taxenbacher Bevölkerung
ermöglichten 1974 eine zusätzliche Einkleidung mit
Salzburger Anzügen. 1990 wurde die erste CD, mit Einbindung sämtlicher Taxenbacher Chöre und Ensembles, aufgenommen.
So konnte die TMK-Taxenbach beim 4. Österreichischen Blasmusikwettbewerb, der alle drei Jahre in Feldkirchen veranstaltet wird, im Jahre 1999 das Bundesland Salzburg in der Wertungsstufe D vertreten. Christian Hörbiger ist der 13. Kapellmeister in der Geschichte der TMK-Taxenbach.
Im Jahr 2001 feierte die
Trachtenmusikkapelle ihren 150. Geburtstag, gemeinsam mit der
Anton-Wallner-Schützenkompanie Taxenbach, die ihren 40. Geburtstag feierte! Mit
einem 4 Tage lang dauernden Fest bestritten wir das Jubiläum! Neben den
Feierlichkeiten wurde auch eine neue CD produziert und die Gesamte Musikkapelle
neu eingekleidet!
Ein
Höhepunkt in der Geschichte der Trachtenmusikkapelle Taxenbach war
"60 Jahre Zweite
Republik", "50 Jahre Staatsvertrag", diese Jubiläen feierte Österreich im Jahre
2005! Zum Anlass dieser Jubiläen wurde von den Trachtenmusikkapellen Goldegg und
Taxenbach ein Stück mit dem Titel "Symphonie der Hoffnung" in
Kompositionsauftrag gegeben! Dieses Stück, komponiert von Thomass Doss, wurde
drei mal Aufgeführt - in St. Johann/Pg., Salzburg und als Open Air in Goldegg/Böndlsee! |